100 Prozent deutsche Kartoffeln: Werbepersiflage führt zu Ärger

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Pfannis Mitarbeiter des Monats ist ein glatzköpfiger, auf den ersten Blick der rechten Szene zuzuordnender Mann, dessen Lieblingsbeschäftigung es ist, Kartoffelpüree herzustellen, in dem er Kartoffeln mit der Hand zerquetscht. Allerdings sollten diese Kartoffeln deutscher Herkunft sein. Doch dazu sei gesagt, dass es sich bei dem Werbespot nicht wirklich um einen Werbefilm für Pfanni handelt, sondern um eine Persiflage diverser Studenten der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München, die das Video beim internationalen Werbefilmfestival „spotlight“ im März eingereicht haben und mit dem Video den Publikumspreis in Silber und den Jurypreis in Bronze gewannen. Pfanni und dessen Mutterkonzern Unilever weißen jegliche Verbindung mit dem Video ab, auch wenn im Abbinder das Pfanni-Logo mit dem Claim „Pfanni, 100 Prozent deutsche Kartoffeln” zu lesen ist.

Auch Rechtspopulisten haben sich zu dem Spot geäußert und sehen in der Persiflage ein Hetzjagd auf Deutsche, schließlich sei der Hauptdarsteller und seine Gang eindeutig südländischer Herkunft und das Wort „Kartoffel“ stehe für den dummen Deutschen, den es zu zerquetschen gilt (ähnlich der Bezeichnung „Krauts“ werden im Ausland Deutsche als Kartoffeln tituliert). Pfanni, die sich aufgrund der unerlaubten Nutzung des Logos in ihren Rechten angegriffen fühlt, ließ verlauten: „Ungefragt und unerlaubterweise wurde hier unser Pfanni-Logo missbraucht. Leider haben wir keinen Einfluss auf diverse Internetseiten, die diesen Image-schädigenden Spot verbreiten.“ Juristische Schritte könnten folgen. Bisher mussten die Macher nur das Video von der Website des Filmfestivals nehmen, doch wie schon im aktuellen Fall um das Schockvideo von Greenpeace im Falle Kitkat, hat sich eine Eigendynamik entwickelt. Der sogenannte Streisand-Effekt. Der Versuch das Video zu entfernen hat nur dazu geführt, dass der Film durch andere Nutzer massenhaft weiterverbreitet wurde.

In dem Song heißt es: Die Zeit ist reif, ich werde nicht mehr warten, Opfer, begreif: Ich hol dich aus dem Garten. Ich werd dich klatschen, zerfetzen, zerquetschen; mach keine Faxen, jetzt gibt´s Action. 100 Prozent, deutsche Kartoffeln. 100 Prozent, ich tu dir weh. 100 Prozent, deutsche Kartoffeln. 100 Prozent, Kartoffelpüree.
Das Video gibt es bei YouTube oder HIER:

Silvio
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4 Gedanken zu „100 Prozent deutsche Kartoffeln: Werbepersiflage führt zu Ärger

  1. admin Beitragsautor

    @Mad: Der Unilever-Pressesprecher erklärte, dass man nicht plane, die „armen Studenten“ wegen Nutzung des Claims „100 Prozent deutsche Kartoffel“ und des Logos (und dem Imageschaden) zu verklagen. [Laut Frankfurter Rundschau]

     
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  2. Kartoffelfresser

    Im Ausland werden Deutsche als Kartoffel tituliert?? Mag sein, aber doch vor allem von jungen Migranten in Deutschland… Außerdem: Wenn in dem Video z. B. eine Neonazi-Gang Kümmel zerquetschen würde wären die Proteste in allen Medien. Rassismus gegenüber Deutschen ist dagegen in Deutschland noch nicht mal eine Straftat.

     
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  3. Wurstwasser

    Ist irgendjemandem hier aufgefallen, dass es sich um eine geniale Persiflage von Filmstudenten handelt? Das hat nichts mit Rassismus zu tun. Wer sich hier angesprochen, sollte den Kauf des einen oder anderen Buches erwägen und nicht so viel vor Rechenr sitzen.

     
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