Fear The Walking Dead – ein Kommentar zur ersten Folge

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Fear The Walking Dead (auf englisch soviel wie »fürchte den wandelnden Tod«) ist ein Spin-Off der AMC Erfolgsserie The Walking Dead, der die Fans der Zombieserie bis zur neuen Staffel im Oktober bei Laune halten soll. Doch ist das alles, was sie kann?

Zombies, es geht um Zombies!

Allein aus dem Grund kann man guten Gewissens sagen, dass der Ableger der Originalserie sehenswert ist. Schließlich kann man nie genug von Zombies haben, oder? Rein faktisch betrachtet sprechen die Rekord-Quoten der ersten Folge ebenfalls dafür: Über 12 Millionen Zuschauer verfolgten sie am Sonntagabend und einen Tag später stürmten die deutschen Fans Amazon Prime, um ebenfalls dabei zu sein, wenn die Zombies wieder zuschlagen.

Worum geht es genau in Fear?

Im Mittelpunkt steht ein junger Drogenabhängiger, der Teil einer Patchworkfamilie ist. Aufgrund seiner Abhängigkeit, und damit wird die Folge eingeleitet, sucht er mit seinen Freunden eine abgelegene Kirche in L.A. auf, um sich Heroin zu spritzen und sich dem Rausch hinzugeben. Als er aus diesem erwacht, sieht er seine Freundin über einen Körper gebeugt. Er ruft ihren Namen, sie dreht sich um und er wird mit einem Anblick konfrontiert, den er offensichtlich nicht erwartet hatte: Ihre Augen sind milchig, um ihren Mund läuft fremdes Blut ab und er begreift, dass sie dabei ist, von einem Körper zu essen. Panik ergreift ihn und er rennt davon, so schnell er nur kann.

Ein verwirrter Junkie als Augenzeuge

Die Hautfigur bei »Fear« heißt Nick (nicht Rick, wie bei TWD) und wacht nach seinem panischen Lauf durch L.A. im Krankenhaus wieder auf. Dort hat er zunächst nicht den Mut, sich jemandem anzuvertrauen; weder der Polizei, noch seiner Familie. Letztendlich ist es sein Stiefvater, dem er von seiner »Wahnvorstellung« erzählt, die er im Drogenrausch erlebt und vor der er weggelaufen ist. Dafür macht er zu diesem Zeitpunkt seinen Dealer verantwortlich, der ihm, wie er denkt, schlechte Ware verkauft hat. Während er aus dem Krankenhaus flieht, um den Dealer damit zu konfrontieren, macht sich sein Stiefvater zur verlassenen Kirche auf, um herauszufinden, was Nick gesehen haben könnte. Als er dort eintrifft begreift er, dass nicht die Drogen allein dafür schuld sein können, erstreckt sich vor seinen Füßen schließlich eine viel zu große Blutlache.
Nick wird währenddessen von seinem angeblichen Freund und Dealer in einen Hinterhalt gelockt und kann seinem eigenen Tod nur entgehen, indem er ihn aus Notwehr erschießt. Da er mit dem ganzen Wahnsinn überfordert zu sein scheint und sich schuldig fühlt, ruft er seine Eltern, um ihnen seine Tat zu zeigen. Jetzt wird nicht zuletzt dem Zuschauer bewusst, dass die Zombies wieder da sind: Der Dealer wurde erschossen, erhebt sich aber wieder und kann, trotz aller Bemühungen, nicht umgebracht werden. Jetzt ist allen Beteiligten klar, dass es sich um mehr handelt, als um die Wahnvorstellungen eines Heroin-Junkies.

http://www.amc.com/press-kits/fear-the-walking-dead/season1/digital-press-kit/

Fear the walking dead: Nick (rechts) Hauptdarsteller des TWD-Spin-off. Quelle: http://www.amc.com/

Unterschiede zwischen Fear und TWD

TWD spielt in Atlanta, wo der Polizist Rick gerade im Krankenhaus aus dem Koma erwacht. Die Welt befindet sich bereits mitten in der Zombieapokalypse, der Zuschauer wird mitten in diese neue Welt hineinkatapultiert. »Fear« erzählt hingegen den Beginn der sich ausbreitenden Seuche, die in der Welt noch als Grippe diagnostiziert wird. Die Serie spielt in L.A. und zeigt eine normale Stadt, wohingegen Atlanta von Beginn an als verlassen und zerstört dargestellt wird. Rick ist rechtsschaffender Polizist, Nick ist ein Junkie. Rick ist alleine, Nick hat eine Familie, die hinter ihm steht. Und »Fear« nimmt eine Sache vorweg, die bei TWD erst am Ende der ersten Staffel verraten wird: Jeder trägt das Virus in sich und muss nicht gebissen werden, um sich zu verwandeln. Sterben reicht auch, um als Zombie wieder aufzuerstehen.

Fazit

Als eingefleischter TWD-Fan ist »Fear« absolut sehenswert! Hingegen einiger negativer Kritiken (»Es fehlt der Serie an Originalität und Spannung«, SPON), sind Zombie-Fans sich einig: Es muss in einer Zombie-Serie nicht zu 90% darum gehen, dass ein Scheintoter durch das Bild läuft, eine idyllische Landschaft streift oder angetrennt über einem Feld verteilt liegt. Es geht vielmehr um die Atmosphäre, die »Fear« so weit mit der Kirche bereits erfüllt, und um die Geschichte der einzelnen Figuren. Ich persönlich finde es sehr spannend, die eintretende Zombieapokalypse aus den Augen eines Menschen zu betrachten, der seinen eigenen Sinnen nicht traut und sich und den Zuschauer mit einer Frage konfrontiert: Ist es noch Wahn oder schon Realität?

Die zweite Folge »So close, yet so far« gibt es heute ab 20 Uhr auf Amazon Prime zu sehen.

Jazz

Jazz

Studierte italienische
Philologie, neuere deutsche Literatur, Komparatistik. Aktuell als Freiberuflerin bei peanutrelations.com tätig.
Jazz

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