4. Folge DHDL – Mit Kritik umgehen muss gelernt sein

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Am Dienstagabend war es wieder so weit: neue Kreative und Gründer wollten den Investoren ihre Produkte vorstellen und im besten Fall mit einem Deal in der Tasche ihr Unternehmen vorwärts bringen. Wir stellen euch die Gewinner und Verlierer der 4. Folge vor.

Der emotionalste Auftritt…

…kam von Gründerin Judith Grote, einer Künstlerin, die bereits vor einigen Jahren mit der Idee eines Bild-Stecksystems gemeinsam mit ihrem Geschäfts- und Lebenspartner sehr erfolgreich wurde. Leider sollten diese Beziehungen durch seinen Suizid beendet werden, sodass die Künstlerin jahrelang vor dem Nichts dastand. Obwohl sie viel Mitgefühl und Verständnis von den Löwen zu spüren bekam, reichte das nicht für einen Deal aus. Wir schließen uns den Löwen an und wünschen der jungen Frau viel Erfolg mit 3aArt!

Der Hashtag des Abends – #Wischiwaschiwhirlpool

Die Gründer Michael Feicht und Eduard Sabelfeld stellten das Unterwasser-Armband Buddy-Watcher vor, das Tauchern in gefährlichen Tiefen signalisieren kann, wenn der Tauchpartner Hilfe braucht. An sich eine sehr nützliche und gute Idee, wie auch Jochen Schweizer fand, dem eine gefährliche Taucherfahrung noch im Nacken sitzt, wie er erzählte. Am Ende fehlte es den Löwen aber an Zusatzfunktionen und vor allem der Businessplan der Beiden wies große Lücken auf; oder wie Judith Williams die Vorstellung zusammenfasste: »Euer gesamter Businessplan ist für mich Wischi-waschi-Whirlpool.«

Der Pitch des Abends – Tütensuppen 2.0

Was so unoriginell wie unappetitlich klingt, konnte die Löwen geschmacklich so sehr überzeugen, dass die Brüder Denis und Daniel Gibisch mit einer Investition von 100.000€ die Höhle der Löwen verließen. Bio-Suppen im Glas, die von einem 2-Sterne-Koch zusammengestellt und eingekocht wurden, beeindruckten nicht zuletzt durch Attribute wie keine Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe. Frank Thelen fiel fast ungläubig vom Stuhl, kannte er die Vakuum-schonende Aufbewahrung von Lebensmitteln noch nicht. Hätte er mal Oma gefragt, denn diese Technik wird seit Ewigkeiten angewandt, um Lebensmittel lange Zeit haltbar zu machen. Doch spätestens durch ihre hart arbeitende Einstellung überzeugten die Zwei mit Sätzen wie »Wir sind die einzigen vier Mitarbeiter!« und bekamen von den Löwen Frank Thelen, Judith Williams und Vural Öger die Investition, die sie brauchten.

Die Brüder Daniel Gibischund Denis Gibisch (l.) sind Gründer von "littlelunch". © VOX/Sony

Die Brüder Daniel Gibischund Denis Gibisch (l.) sind Gründer von „littlelunch“. © VOX/Sony

»Die sind so Arschlöcher!« – über die Loser des Abends

Mit diesem Abgang sollten die Gründerinnen Christina van Elteren und Janina Schuster vom Luxus-Second-Hand-Shop The Eclectic Journey den Zuschauern in Erinnerung bleiben. Die zwei Unternehmensberaterinnen kamen mit der harschen Kritik der Löwen einfach nicht zurecht, redeten diese ihr Unternehmen doch in Grund und Boden. So sagte Löwin Williams: »Das Schlimmste, was euch passieren kann, ist, dass ihr wachst.«, und Thelen monierte die »riesige Wolke«, die sie erzählen würden. Herr Öger setzte zum finalen Stoß an: »Ihr habt das Geschäftsleben total unterschätzt.« und die Freundinnen traten den Rückzug an. Doch nicht, ohne ein »Die sind so Arschlöcher!« von sich zu geben, was weder grammatikalisch korrekt ist, noch von Professionalität zeugt. Unser Mitgefühl hält sich daher in Grenzen.

Die Überraschungen der 4. Folge

Die erste Überraschung war weniger das Projekt Scoo.me, bei dem es sich um einen Roller Verleih handelt, sondern vielmehr die Tatsache, dass Lencke Steiner (die Löwin, die sonst nur zu sehen ist, wenn Essen aufgetischt wird) tatsächlich investiert hat! Und zwar als Einzige und mit 100.000€, weil: »Ich find’ Rollerfahren einfach total cool!« Aha. Damit kann man Frau Lencke also Geld aus der Tasche ziehen; merken!

DHDL: Für die Jungs von Scoo.Me (Christoph Becker (l.) und Magnus Schmidt) gab es 100.000 Euro © VOX/Bernd-Michael Maurer

DHDL: Für die Jungs von Scoo.Me (Christoph Becker (l.) und Magnus Schmidt) gab es 100.000 Euro © VOX/Bernd-Michael Maurer

Die zweite Überraschung waren am Ende der Sendung zwei Jungs, die im Einhornkostüm die Höhle der Löwen betraten. Was sie vertreiben? Kondome. Nicht, dass das Produkt selbst neu erfunden werden müsste, aber die Gründer nahmen die Peinlichkeit, die mit dem Erwerb des Produkts oftmals einhergeht, zum Vorwand, um die Verpackungen mit lustigen Einhörnern und zarten Farben zu bedrucken. Das reichte nicht aus, um eine Investition zu bekommen, allerdings haben die Jungs nicht zuletzt das Internet vollends überzeugt, die Einhörner lieben, und man kann davon ausgehen, dass sie Abseits von DHDL ihre Kundschaft bereits erreicht haben.

Die 5. Folge DHDL gibt es am Dienstag um 20:15 Uhr auf VOX zu sehen und ist auf allen Social-Media-Plattformen unter #DHDL zu verfolgen.

Jazz

Jazz

Studierte italienische
Philologie, neuere deutsche Literatur, Komparatistik. Aktuell als Freiberuflerin bei peanutrelations.com tätig.
Jazz

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