Geschäftsidee sucht Geldspritze – Die Höhle der Löwen

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Mit dem Start der zweiten Staffel von „Die Höhle der Löwen“ meldete sich VOX am Dienstag zurück. Damit erreichte die Sendung mit einem Marktanteil von 9,7 % (Zielgruppe 14 – 59 Jährige) die bisher höchste Einschaltquote. So macht die Sendung vor, was von den Start-up-Unternehmern erwartet wird: Erfolgreich den Markt bearbeiten!Nicht nur in den klassischsten aller Medien, dem Fernsehen, folgten knapp 2 Millionen Zuschauer den Bewerbungen der Jungunternehmer um Investoren. Auch bei Twitter wurde munter unter dem Hashtag #dhdl („Die Höhle der Löwen“) gezwitschert und schaffte es damit auf den ersten Platz der Deutschland-Trends.

Von links.: Vural Öger, Judith Williams, Frank Thelen, Lencke Steiner und Jochen Schweizer als Löwen. © VOX / Stefan Gregorowius

Von links.: Vural Öger, Judith Williams, Frank Thelen, Lencke Steiner und Jochen Schweizer als Löwen. © VOX / Stefan Gregorowius

Bereits die erste Staffel von „Die Höhle der Löwen“, welche im Herbst 2014 ausgestrahlt wurde, fand sowohl bei den Zuschauern als auch bei den Kritikern sehr großen Anklang. Sie wurde für den Grimme-Preis 2015 unter der Kategorie „Wettbewerb Unterhaltung/Spezial“ nominiert.

Geniale Geschäftsideen suchen finanzkräftige Unterstützung

insgesamt besteht die zweite Staffel aus elf Folgen bei denen die Unternehmer und Investoren Judith Williams, Frank Thelen, Jochen Schweizer, Lencke Steiner sowie Vural Öger sich um die besten Ideen von Jungunternehmern bewerben. Das tun sie aber erst nachdem die Jungunternehmer ihre Ideen professionell präsentiert, die Investoren überzeugt und sich den Fragen der „Löwen“ gestellt haben. Sie begeben sich somit in „Die Höhle der Löwen“.

Die Idee des Formats ist es, für Gründer passende Finanziers zu finden. Meist haben Gründer für ihre Ideen große Teile ihrer finanziellen Mittel im Produkt selbst oder in der Firmengründung versenkt. Deshalb suchen sie nach einer Finanzspritze, um erfolgreich am Markt durchstarten zu können. Die Investoren dagegen haben das Geld, aber sind in der Regel auf der Suche nach guten, Erfolg versprechenden Ideen, mit deren Unterstützung sie ihre Investments vervielfachen können.

Wer aber für seine Unternehmensgründung auf Finanzsuche ist, kann wie auch schon auf zweinullig.de berichtet, auf das Crowdfunding zugreifen. Bei der sogenannten Schwarmfinanzierung hat man die Möglichkeit bei einer Vielzahl von Anlegern ausreichend Startkapital einzusammeln. Was allerdings im Gegensatz zu einem einzelnen Investor sehr anonym ist. Denn die Sympathie eines Löwen für sich gewonnen zu haben, bietet viel mehr als „nur“ Geld.

Die Höhle der Löwen – Nicht nur Geld ist gefragt

Die Löwen sollen die Start-ups nicht nur finanziell, sondern auch mit Expertise und Infrastruktur unterstützen. Das ist genau genommen für neu gegründete Unternehmen ein existenzielles Problem, welches mit der richtigen Unterstützung umgangen werden kann.

Vielen Existenzgründern fehlt das nötige betriebswirtschaftliche Wissen, um ein Unternehmen erfolgreich führen zu können. Sei es Rechnungswesen, Controlling, Marketing oder Finanzierung – von jedem sollte ein gewisses Grundverständnis, besser Grundwissen vorhanden sein. Hier haben die Investoren genug eigene Erfahrung und Tipps, die sie ihren Jungunternehmern (oder Investments) mit auf den Weg geben können. Schließlich haben sie eine starke Motivation dazu: Sie wollen ihr Risikokapital nicht einbüßen, sondern in der Regel verzehnfachen.

Aber auch die Infrastruktur kann einem neuen Produkt schlagartig auf die Beine helfen. So hat beispielsweise Judith Williams mit der „Judith-Williams-Markenwelt“ eine imposante europäische Teleshopping-Marke in der Hand. Hier besteht die Möglichkeit Produkte in sehr großen Mengen über das internationale Verkaufsfernsehen unter die Leute zu bringen.

Judith Williams beim Chips testen. © VOX/Frank W. Hempel

Judith Williams beim Chips testen. © VOX/Frank W. Hempel

Pfiffige Ideen werden mit Bewunderung belohnt

Nein, man braucht das Rad nicht neu zu erfinden, um mit einer Geschäftsidee erfolgreich Investoren zu begeistern. Es reicht schon alte Denkmuster und Pfade zu verlassen. Die Dinge genau betrachten: Ist es alles noch so richtig, wie wir etwas tun und warum wir etwas tun?

So hat es der 22-jährige Skateboard-Freak Peter Karacsonyi vorgemacht. Sein ganzes Leben drehte sich um das Skateboard, so sehr dass ihm mehrere dieser Geräte zu Bruch gingen. Pro Woche wohl bemerkt. Ein teures Hobby, vor allem wenn der Papa zahlen muss … Was Karacsonyi dazu bewegte den Aufbau von Skateboard-Decks infrage zu stellen. Nun fertigt er Skateboards aus den Materialen Bambus, Ahorn, Glasfaser und Karbon. Seine in der Garage produzierten Decks sind stabiler und haltbarer als herkömmliche Decks. Für diese Idee erhielt er von Frank Thelen, der sich auch als begeisterter und begabter Skater herausstellte, eine Finanzspritze von 60.000 Euro. Thelen erhält im Gegenzug 20% Firmenanteile. Ein guter Deal, zumal  Karacsonyi von Thelen Begeisterung für den Sport profitieren kann.

Kape Skateboards: Peter Karacsonyi (22) © VOX/ Bernd-Michael Maurer

Kape Skateboards: Peter Karacsonyi (22) © VOX/ Bernd-Michael Maurer

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Seit 2006 im Onlinemarketing tätig. Gehört zur Generation Y und ist immer auf der Suche
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3 Gedanken zu „Geschäftsidee sucht Geldspritze – Die Höhle der Löwen

  1. Aron

    Hallo Silvio,
    ich fand die Sendung besonders interessant, weil das Konzept anders als bisherige „Förder-Programme“ ist. So etwas habe ich bisher noch nicht gesehen. Ich finde es nur schade, dass es solch eine Sendung in Deutschland nicht gibt, die Unternehmens-Kultur ist bei uns anders. Kleine Unternehmen haben es hier deutlich schwerer!

     
    Antworten
    1. Silvio Beitragsautor

      Hallo Aron,

      du hast recht: kleine, vor allem finanzschwache Unternehmen haben es hier nicht leicht.
      Auch gibt es leider keine hohe Akzeptanz des Scheiterns, was sicherlich auch nicht gerade förderlich ist.

      Die Höhle der Löwen bietet da schon mehr in Form von Beistand. Das ist gut. Wäre auch mal eine grundsätzliche Überlegeung solche Förderprogramme vom Staat aufzusetzen. Vielleicht in Form eines Mentoring.

      Die Sendung läuft allerdings in Deutschland auf VOX.
      Morgen geht es weiter.
      Grüße!

       
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  2. Pingback: Die Höhle der Löwen – von den Gewinnern und Verlierern

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